Study Visit zum Thema "45+"
Die GiMA consult organisierte eine Lernreise in der Region Augsburg für die Delegation des Politecnico Calzaturiero aus der italienischen Region Venedig zum Thema "Weiterbeschäftigung älterer Mitarbeiter in Deutschland". Die Gruppe nahm bei Ihrem Besuch Anregungen und Best Practices auf, um diese Impulse auf dem heimischen Arbeitsmarkt umzusetzen. Was sind die Unterschiede in Deutschland und Italien?
Herr Gütebier, Gesamtvertriebschef der Segmüller GmbH (rechts im Bild) erläutert der Delegation sein preisgekröntes Programm zur Einstellung älterer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Verkauf.
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Der Besuch fand im Rahmen des "Artikel 6" des Europäischen Sozialfonds (ESF) statt, dessen Ziel es ist, innovative Konzepte in Europa zu verbreiten und Best Practices im europäischen Kontext übertragbar zu machen. Die GiMA consult besitzt weitreichende Erfahrung auf diesem Gebiet, nicht zuletzt durch die erfolgreiche Koordination des Qualifizierungsclusters "WIR Neckar-Alb", der ebenfalls durch den ESF im Rahmen des EQUAL-Projekts unterstützt wurde.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Herausarbeiten von Best Practices in Deutschland und wie diese ggf. auf die Arbeitsrealität in der Region Venedig übertragen werden können. Zu Tage traten dabei wesentliche Unterschiede auf dem deutschen und dem italienischen Arbeitsmarkt, speziell im Hinblick auf Mitarbeiter, die älter als 45 Jahre sind:
- In der Region Venedig herrscht in diesem Alterssegment nahezu Vollbeschäftigung. Der Grund liegt unter anderem darin, dass speziell diese Region die Heimat absolut hochwertiger Markenprodukte (Prada u.a.) mit hoher Gewinnspanne ist. Handwerkliches Können geht hier vor Rationalisierung in der Produktion.
- In Italien liegt das reale Renteneintrittsalter mit 58 Jahren deutlich unter dem in Deutschland. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter scheiden also früher aus dem Erwerbsleben aus. Der Focus in der Region Venedig liegt daher auf dem Halten der Arbeitnehmer im Job, nicht so sehr in der Bekämpfung von altersbedingter Arbeitslosigkeit.
- Tandem-Modelle zum Übertrag des handwerklichen Könnens funktionieren in Italien schlechter als in Deutschland. Während hier das Wissen in aller Regel zwischen alt und Jung gern geteilt wird, gilt es in Italien als Asset des Arbeitnehmers, das er nicht offen teilen will um seinen Marktwert für das Unternehmen zu behalten. Das größte Problem in dieser Region ist also der drohende Know-how Verlust im Luxussegment der Leder-, Textil und Schuhindustrie.
Trotz der Unterschiede - oder gerade deshalb - war der Austausch für alle Seiten sehr fruchtbar und steigerte das gegenseitige Verständnis der beteiligten Unternehmer und Wissenschaftler in beiden Ländern. Die italienische Delegation war nach eigenem Bekunden äußerst zufrieden mit dem von der GiMA consult organisierten Besuch in Deutschland.
An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank von Seiten der GiMA consult an alle beteiligten Unternehmen, die den internationalen Austausch unterstützt haben.
Hier sehen Sie noch ein paar Impressionen der Lernreise:
Prof. Dr. Peter Guggemos erläutert den italienischen Besuchern die Programme des AIP Augsburg (Augsburg Integration Plus GmbH) |
Besichtigung der Werksproduktion bei der WAFA GmbH: Frau Beatrix Luz (Dolmetscherin) erläutert Herrn Maccaferri den Produktionsprozess eines Armaturenbrettes. |
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Gruppenbild beim AIP (v.l.n.r.): Dott. Mario Zambelli, Prof. Dr. Peter Guggemos (AIP), Stefano Maccaferri, Leopoldo Noventa, Michael Behling (AIP), Herbert Pauler (GiMA consult) |
Gruppenbild nach dem informativen Gespräch mit Frau von Lüde (2. v. l.), Personalchefin der WAFA GmbH. |
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