Länderreport Osteuropa: Bulgarien - unbekannter Markt in der erweiterten EU
Bulgarien ist zwar ein vergleichsweise kleiner Markt in Osteuropa, doch bietet das neue EU-Mitglied mit stabilem Wachstum und einem hohen wirtschaftlichen Aufholbedarf gute Investitionsschancen für ausländische Investoren.
Das Bruttoinlandsprodukt in Bulgarien betrug 2005 knapp 42 Mrd. Euro und wuchs in den letzten Jahren im Schnitt um knapp sechs Prozent pro Jahr. Das Wachstum entspricht dem dreifachen des EU-25-Durchschnitts, und unterstreicht die dynamische Aufholbewegung, die nach einhelliger Meinung von Wirtschaftsexperten noch in den kommenden Jahren anhalten wird.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige Bulgariens sind die Metallerzeugung, die chemische Industrie, Möbel- und Lederwarenproduktion, Baustoffe und Elektrotechnik.
Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner Bulgariens. Nach Russland als größtem Handelspartner importierte Bulgarien 2006 aus Deutschland die meisten Importgüter (für 3,2 Mrd. Euro). Besondere Zuwächse zeigten Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, IT-Produkte und Möbel (gemittelt +13% Zuwachs).
Dass Bulgarien als Investitionschance für ausländische Anleger und Unternehmer gesehen wird, bestätigt das seit 2005 deutlich ansteigende Investitionsvolumen. 2006 betrugen die ausländischen Direktinvestitionen rund 3 Mrd. Euro. Durch den Beitritt in die EU seit dem 1. Januar 2007 werden Bulgarien in den kommenden Jahren bedeutende Hilfen zum Ausbau der Infrastruktur aus dem EU-Strukturfonds zufließen. Das Investitionsklima ist allgemein sehr gut: Seit Beginn dieses Jahres wurde die Körperschaftssteuer auf 10% abgesenkt, damit verfügt Bulgarien und Zypern über die niedrigsten Unternehmenssteuern in der EU.
Bulgarien bietet anhand dieser Rahmendaten vor allem zwei Chancen:
1) Aufbau einer Vertriebsorganisation zur Markterweiterung für ausländische Produzenten
2) Produktion von arbeitsintensiven, aber eher geringe Anforderungen an die Qualifikation der Arbeiter stellende Produkte
Größte Chancen für Investoren:
- Dynamischer Markt, der in den kommenden Jahren überdurchschnittlich zum EU-25 Index wachsen wird
- Der Aufbau der Infrastruktur wird von dem EU-Strukturfonds mit substantiellen Mittel gefördert
- Sehr günstige Löhne
- Steigender Bedarf nach hochwertigen Importgütern
Größte Risiken:
- Facharbeiter- und Führungskräftemangel (wird auf Dauer das Lohnniveau für Qualifizierte anheben)
- Produktivität ist deutlich unterhalb des EU-Durchschnitts, dieser Faktor wird durch günstige Lohnkosten aber z.T. überkompensiert
- Infrastruktur ist im Vergleich mit anderen EU-Ländern noch unterdurchschnittlich
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Quelle der Wirtschaftsdaten: bfai


