Länderreport: Schweiz
Die Bezeichnung "Eidgenossenschaft" für die Schweiz geht auf den sogenannten "Rütli-Schwur" von 1291 zurück, der als Ausgangspunkt des "Systems Schweiz" gesehen wird. Die Schweiz liegt im Herzen Europas, bietet aber insbesondere aufgrund der Nichtmitgliedschaft in der EU interessante Optionen für Investoren und Unternehmer.
Übersichtskarte der Schweiz
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Die Schweiz wird von Bergen (den Alpen) dominiert und besitzt 74 "Viertausender". 30% der Landfläche sind bewaldet (Wasseraufnahme und Lawinenschutzfunktion), die Landwirtschaft ist für die Gesamtwirtschaft nicht sehr bedeutsam, doch prägt die kleinteilige Bewirtschaftung mit Vieh- und Milchwirtschaft das Bild für die Tourismusindustrie.
Die Schweiz besitzt knapp 7,5 Mio Einwohner, von denen gut 20% Ausländer sind, die meisten stammen aus EU-Staaten. Die größte Stadt ist mit 367.000 Einwohnern Zürich (1 Mio. Personen im gesamten Einzugsgebiet). Die Amtssprachen sind Deutsch, Französisch und Italienisch sowie Retoromanisch. Die Währung ist der Schweizer Franken (aktuell entspricht 1 EUR = 1,57 CHF).
Wirtschaftliche Entwicklung
Die Schweiz ist Rohstoffarm. Nennenswert ist vor allem die Energiegewinnung aus Wasserkraft, die 65% des Eigenbedarfes deckt. Daneben werden Kies, Ton, Granit und Salz abgebaut. Die Wirtschaft ist sehr hoch entwickelt, die Schweiz verfügt über eine moderne Industrie (Feinmechanik, Maschinenbau, Chemie & Medizintechnik) und einen hochwertigen Dienstleistungssektor (Handel, Versicherung, Banken und Finanzen). Der Dienstleistungssektor dominiert mit 72% aller Arbeitsstellen in der Schweiz die Wirtschaft.
2003 hatte die Schweiz ein leicht rückläufiges Wirtschaftswachstum von -0,2%, seit dem wächst die Wirtschaft (BIP) stabil: 2004 um 2,3%, 2005 um 1,9%, 2006 um 3,2% und 2007 um 2,6% und für 2008 werden ca 2% Wachstum prognostiziert. In absoluten Zahlen betrug das BIP in der Schweiz im Jahr 2007 312 Mrd. Euro. Pro Kopf sind das 41.600 Euro - damit ist die Schweiz eines der reichsten Länder der Erde.
Vor allem der private Konsum treibt die Wirtschaft zur Zeit an: Eine niedrige Arbeitslosenquote von 2,5% und Reallohnzuwächse von ebenfalls ca. 2,5% in den letzten Jahren steigern die Kauflaune der Eidgenossen. Dies ist für Deutschland besonders interessant, da wir sowohl der wichtigste Import- als auch Exportpartner der Schweiz sind. Die Bauwirtschaft hat den Gipfel des Booms allerdings aller Voraussicht nach bereits gesehen: hier wird eine Abschwächung in den nächsten Jahren vorausgesagt. Die Subprime-Kreditkrise in den USA wirkt sich natürlich stark auf die Schweiz aus, in der viele international tätige Kreditinstitute beheimatet sind. Sollten die Auswirkungen auf den US-Markt stärker ausfallen als angenommen, wäre die Wirtschaft des Landes davon überproportional betroffen.
Die Schweiz ist aus vielen Gründen für deutsche Investoren interessant, am wesentlichsten dürfte dabei der vielversprechende Mix aus Ähnlichkeiten und Unterschieden zu Deutschland sein, was mitunter unerwartete Fallstricke beinhaltet. Ähnlich sind zum Beispiel die kulturellen (modernen, westlichen) Werte, das Wirtschaftssystem und die Sprache; hinzu kommt die direkte geographische Nachbarschaft. Unterschiedlich ist das politische System, das Steuersystem und die Tatsache, dass die Schweiz kein Teil der EU ist, was andere Regeln der Unternehmensführung zulässt.
Das verlockt dazu, sich jeweils das "Beste aus zwei Welten" holen zu wollen: Viele Unternehmen verlagern Ihre Firmenzentrale, Teile der Dienstleistungszentren oder die Forschungsabteilungen in die Schweiz um EU-Regulationen zu umgehen oder günstigere Besteuerungen in Anspruch zu nehmen. Zu beachten sind hierbei aber die hohen Regeldichte des Schweizer Systems für ausländische Firmen und subtile interkulturelle Unterschiede, deren genaues Verständnis wesentlich ist um erfolgreich mit Partnern in der Schweiz zusammenzuarbeiten. Die Ähnlichkeiten verleiten oft dazu, die Unterschiede auszublenden - zum Teil mit sehr nachteiligen Folgen für den Geschäftserfolg. Für den Markteintritt in der Schweiz gilt daher ebenso wie für den Markteintritt in anderen ausländischen Märkten: Ein mit dem Markt vertrauter Berater ist unumgänglich. Die GiMA consult besitzt umfangreiche Erfahrung und unterhält ein großes Partnernetzwerk in der Schweiz.
Größte Chancen für Investoren:
- Stabiles, unternehmerfreundliches Investitionsumfeld.
- Da die Schweiz nicht Mitglied in der EU ist können bestimmte Regulationen (z.B. in der Forschung) umgangen werden.
Größte Risiken für Investoren:
- Die Finanzkrise in den USA kann überproportionale Folgen für den Schweizer (Finanz)Markt haben.
- Subtile Unterschiede in den Systemen erfordern eine genaue Einarbeitung in den Markt um ein eventuelles Scheitern des Markteintritts zu verhindern.
Quelle der Wirtschaftsdaten:bfai


