Länderreport: Rückschau Südamerika
In den letzten fünf Monaten haben wir Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten südamerikanischen Märkte geboten. Zum Abschluss finden Sie hier noch einmal die Gesamtschau mit einer abschließenden Analyse.
Übersichtskarte Südamerika (bitte anklicken zum Vergrößern)
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Am Ende des Artikels finden Sie die Gesamtbewertung für die Region.
Brasilien:
Chancen:
- Nutzung der starken Binnennachfrage für den Aufbau einer Vertriebsorganisation, bzw. für den Markteintritt in diesen dynamischen Markt
- Eine Beteiligung an dem PAC-Infrastrukturprogramm (Bauindustrie, massiver Ausbau des Bahnverkehrs und Streckennetzes, Energie und Transport)
Risiken:
- Unterdurchschnittliches Wachstum verglichen mit anderen Schwellenländern
- Steigende Löhne
- Hoher Konkurrenzdruck aus Asien: Europa profitiert nur unterdurchschnittlich von der steigenden Importnachfrage Brasiliens
Argentinien:
Chancen:
- Investition in landwirtschaftliche Erzeugung, vor allem von Biotreibstoff, und Industrieprodukte zur Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte (landwirtschaftliche Maschinen, Nahrungsmittelverarbeitung, Düngemittelherstellung, ...)
- Beteiligung an der Erneuerung der Infrastruktur im Energie- und Transportsektor
- Die hohe private Nachfrage nach IT- und Luxusgütern führt zu stark angestiegenen Importen und damit zu Chancen für den Vertrieb
Risiken:
- Politisch-wirtschaftliche Rahmendaten sind eher negativ: Die Marktregulierung nimmt zu, das Ende der dynamischen Wachstumsphase zeichnet sich ab
- Die Krise im Energiesektor wird sich weder kurz- noch mittelfristig entschärfen, was der produzierenden Industrie (vor allem in energieintensiven Sektoren) massiv Probleme bereiten wird
Venezuela:
Chancen:
- Die hohe private Nachfrage nach IT-, Unterhaltungs- und Bedarfselektronik sowie KFZ führt zu stark ansteigenden Importen und damit zu Chancen für den Vertrieb
- Venezuela legt zur Zeit ein enormes Programm zur Erneuerung der Infrastruktur und der Industrie auf. Hier ergeben sich sowohl für Investoren als auch für Lieferanten außergewöhnliche Chancen, zumal die Liquidität Venezuelas durch Erdölexporte abgesichert ist
Risiken:
- Venezuela tendiert zu starker Marktregulierung und zur Regulierung der Importe. Kerngebiete der Industrie und der Infrastruktur wurden verstaatlicht
- Die wirtschaftlichen Rahmendaten sind uneinheitlich. Der hohen Liquidität durch Erdölexporte steht eine hohe Inflationsrate gegenüber; Venezuela muss zur Zeit eine massive Absenkung ausländischer Investitionen hinnehmen
Chile:
Chancen:
- Stabiles, unternehmerfreundliches Investitionsumfeld mit einer niedrigen Korruptionsrate, die sogar europäische Länder übertrifft
- Chile profitiert von den hohen Weltmarktpreisen für Kupfer und andere Rohstoffe - dies bietet Chancen für deutsche Investoren.
- Im Ausbau regenerativer Energien bestehen bereits Kooperationspartnerschaften mit Deutschland. Im Rahmen des geplanten Ausbaus im Energiesektor ergeben sich hier besondere Chancen für deutsche Unternehmen
Risiken:
- Die Abhängigkeit von dem Exportgut Kupfer schafft Risiken: Sollten die Weltmärkte stagnieren oder in eine Rezession geraten wird die chilenische Wirtschaft sehr stark von dem Zusammenbruch der Nachfrage im Rohstoffsektor betroffen sein
- Das Marktumfeld ist zwar stabil, es wird in den nächsten Jahren aber nicht mit überproportionalem Wachstum gerechnet
Mexiko:
Größte Chancen für Investoren:
- In Mexiko wird die Arbeitsintensive Montageindustrie zunehmend automatisiert - das bietet Chancen für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer
- Die geopolitisch zentrale Lage für bedeutende Weltmärkte, sowie die Brückenfunktion Mexikos machen das Land interessant für strategische Investments
Größte Risiken:
- Während Mexiko eine wirtschaftliche Brücke in die USA bietet, bedeutet die starke Wirtschaftsverknüpfung mit dem Nachbarn im Norden auch eine überproportionale Abhängigkeit von dessen Konjunktur
- Aufgrund der US-Dominanz sind manche Märkte nur schwer für Europäer zugänglich: Landwirtschaft, Rohstoffförderung und die Baubranche sind fest in der Hand mexikanischer und US-amerikanischer Konzerne und Joint-Ventures
- Mexiko hat ernsthafte Korruptionsprobleme
Gesamtbewertung Südamerika:
Südamerika bietet große Chancen für Investoren, selektives Vorgehen ist anzuraten.
In vielen südamerikanischen Ländern sind noch große wirtschaftliche Aufholbewegungen im Gange, die aus der gestiegenen Bedeutung im globalen Markt resultieren; z.T. ist der angenommene Zenit der Wachstumsphasen aber bereits überschritten.
Wirtschaftsexperten prognostizieren allerdings weiter ein stabiles, eigendynamisches Wachstum auf etwas niedrigerem Niveau. Die Aufholbewegung führte zu durchaus beachtlichen Steigerungen in den jeweiligen Bruttoinlandsprodukten in den letzten Jahren, die meist weit über dem europäischen Durchschnitt lagen. Doch die Lage in Südamerika ist nicht einheitlich: Während vor allem Argentinien, aber auch Chile und weitere Länder Südamerikas, nur mittel- oder langfristig lösbare Energieprobleme haben, profitieren Ölproduzenten wie Venezuela außerordentlich vom aktuellen Ölpreis.
Die generell hohen Rohstoffpreise sind einerseits ein Segen für die Region und bringen den Ländern Devisen, die in großangelegte Infrastrukturprogrogramme investiert werden, andererseits ist dies aber auch die Achillessehne des Kontinents: Bricht die Weltwirtschaft massiv ein, so wird das die Rohstoffpreise überproportional senken, und damit dramatische Effekte für die betroffenen Länder haben, wenn diese nur wenigen Rohstoffen als Exportgütern abhängig sind.
Vor allem Brasilien und Venezuela investieren zur Zeit im Rahmen von Aufbauplänen große Summen in den Ausbau der Infrastruktur und der industriellen Fertigung. Hier ergeben sich Chancen für die Europäer zum Export von Maschinen und Know-how in die Region, aber auch für Direktinvestitionen. Hinderlich für Investitionen sind mitunter aktuelle Tendenzen zur Verstaatlichung, wie in Venzuela, auch Korruption ist in manchen Nationen ein ernstzunehmendes Problem (Ausnahme: Chile).
Märkte wie Brasilien oder Mexiko haben hohe geopolitische Bedeutung für die Ausweitung internationaler Vertriebsaktivitäten europäischer Unternehmen. Mexiko bietet z.B. mit seinen Freihandels- und Sonderproduktionszonen den einfachen Eintritt in den US-Markt, Brasilien ist eine wichtige Ausgangsbasis zum Eintritt in die umliegenden südamerikanischen Märkte.
Unsere Empfehlung: Aufgrund der von Land zu Land variierenden Marktmentalitäten sollte der Einstieg in Südamerika auf keinen Fall übereilt erfolgen, sondern zusammen mit Experten strategisch geplant werden, die Know-how vor Ort besitzen. Nur ein planvoller Markteintritt garantiert den Erfolg Ihres Investments. Die GiMA consult ist Ihr idealer Partner für den Markteintritt in Südamerika. Unsere Berater haben eine enge Bindung zu diesem Kontinent, u. a. über Herrn Prof. Dr. Pfeiffer, der ausgezeichnete und langjährige Kontakte zu vielen Universitäten, wirtschaftswissenschaftlichen Institutionen und zu Unternehmen vor Ort unterhält. Die GiMA consult schult seit vielen Jahren an renommierten Universitäten in Brasilien und Argentinien Studenten der Wirtschaftswissenschaft in Sachen Betriebswirtschaft mit Hilfe unserer Unternehmenssimulation LearnSim. Unser internationales Know-how ist von praktischer Erfahrung mit den südamerikanischen Märkten geprägt. Wir beraten Sie gerne bei allen Fragen zu Ihrem Markteintritt in internationale Märkte - sprechen Sie uns an!
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Quelle der Wirtschaftsdaten:bfai


